Ubuntu? Vielleicht lieber ein leichteres Linux nehmen.
Lange habe ich die Flagge für Ubuntu in den Wind gehalten. Egtl immer schon, mal abgesehen von meinen anfängen mit SuSE. Von 2005-07 nutzte ich nämlich die Distro mit dem grünen Gecko. Oder Kameleon? Don't know... müsste ich jetzt wikipedia befragen...
Bei Ubuntu ists nun leider so, dass das letzte Release, die ich wirklich gut fand, mitlerweile zwei Jahre alt ist. Es handelt sich um die Version 9.10 Karmic Koala. Warum die? Nun, zum einen war da das Design noch sehr viel angenehmer gestaltet. Es war dunkel und ruhig, rund und aufgeräumt. Ab Version 10.04 Lucid Lynx gab es ein komplett neues Design. Ubuntu war auf einmal lila und das Logo änderte sich von einem runden, gemütlichen Kreis zu einem schmalen, abgespackten was auch immer. Auf einmal waren die Fensterbuttons links, was zwar logischer ist, ich fange auch links an zu schreiben, aber dennoch sehr ungewohnt wenn man nicht gerade einen Mac oder Atari besitzt.
Aus schön wird hässlich (subjektiv)
Das Andere, was mir nicht gefällt, ist dass Ubuntu mit zunehmender Leidenschaft das anpassen und konfigurieren des System erschwert. Alles ist nun hinter scripten verklüngelt und einfaches anpassen ist absolut nicht mehr möglich. Das gilt für den Kern noch viel mehr als für X. Ich versteh' nicht was diese unnötige Verkomplizierung soll. Langsam bewegt sich Ubuntu auf eine Mischung aus SuSE und Windows zu, das die Optik von MacOSX kopiert. Individuelles anpassen ist spätestens mit dem Unity Desktop Geschichte.
Nun gut, man kann Ubuntu immer noch nach Herzenslust anpassen. Ich habe auf meinem Laptop Ubuntu 11.04 Natty Narvell und benutze lxdm statt gdm und Enlightenment 17 sowie Awesome statt Gnome und Unity. Aber bis man sein Ubuntu so zurecht gefrickelt hat, wie es einem gefällt, denn mit einfachen apt-get install E17 ists nicht getan, ist man schon 3x mit der installation von Arch Linux fertig, das ja gemeinhin als kompliziertes Linux gilt.
Doch eben das ist Arch Linux in keinem Fall! Es hat eine zentrale Konfigurationsdatei, in der einfach alles wichtige eingetragen und verwaltet wird. Außerdem ists immer up to date. Rolling Release halt. Immer den neuesten Kernel, immer die neuesten Pakete. Viele schrecken die Gerüchte über Arch ab, aber diese Distro ist definitiv leichter als Ubuntu. Ja selbst Windows (aktuell keine Ahnung, aber bis XP) ist leichter anzupassen als das aktuelle Ubuntu. Jedenfalls was den X angeht. Also das sichtbare für jeden normalen User.
Die Installation von Arch dauert ca. 1 1/2h. Das ist vergleichsweise wenig gegen Ubuntu. Bedenkt man doch, dass man ewig viel konfigurieren kann und soll bei der Installation, aber dennoch die Möglichkeit hat, alles im Standartmodus zu lassen, von dem man kein' Plan hat. Eine derartige Anpassung spart nicht nur resourcen sondern gibt einen auch ganz nebenbei einen tiefen Einblick in Linux und "wie das Ganze funktioniert". Das Wiki von Arch ist gut und gepflegt. Selbst im Forum kann man ohne Account posten.
Doch anscheinend vernachlässigt die Arch community ihren Installer. Denn als ich Arch letztens das erste mal installierte war direkt nach Installation die grub config kaputt, weil sich die namen der linux release geändert haben und das keiner angepasst hat. Hinzu kommen noch Fehler in den Paketquellen die teilweise händisch gelöst werden müssen. Das ist definitiv ein Minuspunkt. Gerade für Anfänger. Aber ich mache den Paketbetreuern von Arch keinen Vorwurf. Archlinux ist rolling release und wird damit nur ein einziges Mal installiert und kann so für immer auf dem Rechner bleiben. Es hat keine release uyklen wie Ubuntu alle 6 Monate oder Debian alle 2 Jahre oder Windows alle.... 5 Jahre(?), es ist immer aktuell und immer auf dem neuesten stand. Naja, zumindest wenn man es regelmäßig aktuallisiert. Diesen Umstand geschuldet ist es wohl, das der Installer von Arch einfach vergessen wird. Jedenfalls kann ichs mir anders nicht erklären...
Ich denke jedenfalls, das Ubuntu 11.04 mein letztes release war, das ich von Ubuntu installiert habe und in Zukunft werde ich wohl Ubuntu den Rücken kehren. Schade, ich mochte es.
Aber eine Distribution die in ihrem Softwarecenter Bezahlprogramme anbietet erinnert mich doch eher an dem Android Market oder iTunes. Ist auch nichts gegen ein zu wenden, aber meins isses nicht. Ich will lieber frei sein. In diesem Sinne, goodbye ubuntu, it's been fun. Denn:
And really, that’s what I take away from six years at the keyboard: That the same principles most of us were taught as children — to share, and not to exclude others — are still the best ones we have today.
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